Das heutige Domizil der Einrichtung im Naturpark Bautzen

1977 kündigte die Leitung des Institutes aus Gründen des Eigenbedarfs der Sternwarte den Mietvertrag. In den kommenden Jahren entstand mit Hilfe des Rates des Kreises und der Stadt Bautzen unter der architektonischen Leitung von Herrn Nitschmann am Naturpark ein neues, großzügiges und zweckmäßig angelegtes Domizil für die Sternwarte bei relativ guten Beobachtungsbedingungen. Obwohl genügend Geld vorhanden war, ging der Bau wegen der immer wieder fehlenden materiellen Mittel und Baustoffe nur stockend voran und konnte erst 1982 fertiggestellt werden.

Mittelpunkt der Einrichtung sind die beiden Kuppelgebäude in denen sich die Hauptinstrumente befinden. Unter der 5-m-Kuppel steht der Zeiss-Refraktor mit Protuberanzenansatz und Protuberanzenspektroskop sowie mit einer Schmidtkamera. Das 8-Meter-Kuppelgebäude beherbergt das Cassegrain-Spiegelteleskop.

In einem Rolldachhaus und auf einer Beobachtungsplattform sind sich zahlreiche kleinere Instrumente aufgestellt.

Das Lehrgebäude enthält ein Zeiss-Kleinplanetarium, einen Hörsaal mit 80 Plätzen, ein geräumiges Foyer für Ausstellungen, einen Technikraum mit Film-, Bild und Tonanlagen. Ferner gehören eine Uhrenanlage, eine Werkstatt, eine Bibliothek, eine von der Partnerstadt Heidelberg gestiftete Wettersatellitten-Empfangsanlage sowie weitere Arbeitsräume zur Sternwarte.

Nach 1990 vollzogen sich in der Sternwartenarbeit teilweise gravierende Veränderungen. Fehlende Finanzen führten zum drastischen Personalabbau. Besaß die Sternwarte bis 1996 noch zwei bezahlte Mitarbeiter, war danach nur noch ein Mitarbeiter tätig. Derartige Einschnitte führten zwangsläufig zur Reduzierung von Arbeitsfeldern.
1996 wurde die Leitung der Sternwarte von Ing. Wolfgang Schwinge übernomen, der langjähriger Mitarbeiter der Einrichtung war. Das Haupttätigkeitsfeld war vor allem die Öffentlichkeitsarbeit, die bereits seit Franz ein Arbeitsgebiet der Sternwarte war. Fast wöchentlich fanden Vorträge mit vielseitigen astronomischen Themen statt und bei klarem Himmel wurde zu Beobachtungen eingeladen. In langjähriger Arbeit war Schwinge wesentlich an der Entstehung eines Fundus von über 1000 Lichtbildern beteiligt, der seinesgleichen sucht. Wissenschaftlich betätigte sich Schwinge hauptsächlich auf dem Gebiet der Astrofotografie und publizierte seine Ergebnisse in einem fotografischen Mondatlas und in einer praktischen Anleitung für Einsteiger in die Astrofotografie. Die Arbeit mit Schulen stand weniger im Blickpunkt. Der rückläufige organisierte Besuch von Schulklassen, insbesondere im Rahmen des Astronomie-unterrichts, trug sicher dazu bei.

Im Jahr 2003 wurde ein Förderverein gegründet, welcher sich bemüht, die Traditionen der Sternwarte zu bewahren und die Einrichtung wieder verstärkt für die Schulastronomie zu nutzen.